Zana Ramadani braucht Facebook-Integrationskurs

Man liest ja leider gelegentlich die Facebook-Kommentare bei Menschen, mit denen man nicht befreundet ist. Sich so weit aus der Filterblase zu lehnen führt unweigerlich dazu, dem menschenverachtenden Rassismus zu begegnen, der sich wie braune Melasse überall dort ausbreitet, wo Menschen mit leicht unausgewogenem Zeit/Ahnung-Verhältnis zur Meinungsäußerung animiert werden.

Während ich dann in meinen Chai Latte weine, klicke ich mich wider besseren Wissens durch den Facebook-Irrgarten zur Meldung von Beiträgen: Nein, eine konkrete Person wird nicht bedroht. Und wirklich glaubhaft ist Karl-Friedrichs Drohung, diesmal aber wirklich «alle diese Ratten zu vernichten» auch nicht. Ist ja auch nicht mehr so schnell auf den Beinen, der Studienrat a. D. aus Finsterwalde. Also melden für Nacktheit. Dann rückt wenigstens die Prüderie-Task-Force an, und wenn die Konzentration gegen Abend nachlässt, erbarmt man sich auch mal der geistigen Blöße. Oder «Gruppenhass», was Facebook-Slang für Volksverhetzung sein könnte.

Zwei Tage später kommt dann die Benachrichtigung, die Äußerungen widersprächen nicht der Facebook-Community-Richtlinien. Und da kann man dann halt nichts mehr machen, denn die Richtlinien und das Grundgesetz liken zwar immer höflich die jeweils neuen Profilbilder des Anderen, sehen sich aber nie und wissen auch gar nicht mehr so richtig, warum sie eigentlich mal befreundet waren.

Wenn man das zehn bis dreihundert Mal durchexerziert hat, wundert es einen schon, dies zu lesen:

Zana Ramadani: 30 Tage Facebook-Pause.

Welche menschenverachtende Polemik hatte Zana Ramadani verbreitet? Wie schaffte eine der besten muslimischen Freundinnen weiter Teile der Nationalfeministischen Bewegung, was selbst manchem Holocaust-Leugner nicht gelingt?

Oder hat Facebook – in konsequenter Inkonsequenz – Ramadani sogar für etwas «viel Schlimmeres» für 30 Tage von allen Posten entbunden? So etwas z. B.:

Welt: 30-Tage Ramadani-Pause.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass die Strippenzieherin hinter Terre des Femmes-Geschäftsführerin Christa Stolle zwar unentwegt härtesten Zwang zu Integrationskursen fordert – auch für Muslime und Muslima, die nie auffällig werden. Selbst jedoch scheitert sie an den Facebook-Community-Richtlinien.


Die kritische Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Strömungen im Feminismus darf nicht zur Mißachtung der herausragenden Errungenschaften des Feminismus führen, und auch nicht zur Relativierung der immer noch bestehenden fundamentalen Ungerechtigkeiten, oder dem unermüdlichen Einsatz vieler fantastischer Frauen (und Männer) im Kampf gegen diese.

Falls Du Dich daher hier in Deinem Chauvismus bestärkt fühlen solltest, oder mich als Kronzeugin verwenden willst, hast Du schon wieder was nicht verstanden.

Außerdem: geh' Sterben!