Selbst schuld Du Schlampe

Was bisher geschah: Jenna Behrens, Berliner CDU-Nachwuchstalent mit Besorgnis erregendem Hang, sich für Pressefotos mitten auf die Straße zu stellen, wirft diversen CDU-Politikern sexistische Äußerungen vor:

Vom Senator, der auf einem Parteitag meine Tochter begrüßte: „Oh, eine kleine süße Maus.“ Der dann pausierte, mich ansah und fortfuhr: „Und eine große süße Maus.“ Derselbe Senator, der einen Kollegen aus dem Abgeordnetenhaus vor meiner Nominierung fragte: „Fickst du die?“. EDITIONF

So weit, so vorhersagbar. Nun aber schafft es ausgerecht die Frauenunion Mitte, die sich dabei auf den Berliner Stadtteil und nicht eine ideologische Verortung bezieht, die Diskussion endgültig in den Schlamm zu ziehen.

Mit dabei: Zana Ramadani, Kraftwumme der islamophoben Achse Stolle-Kelek-Ramadani bei Terre des Femmes. Dort ist sie mittels ihrer albanischen Herkunft gerne Kronzeugin gegen alles muslimische. Nun hat sie wohl erkannt, dass diese Taktik so übertragbar wie ein Norovirus ist. Ganz freiwillig lassen sie und Vorsitzende Sandra Cegla sich zitieren:

Unser Anstand verbietet es uns, öffentlich schlecht über andere Personen zu sprechen oder private Kommunikation, die nur für zwei Menschen bestimmt ist, in die Öffentlichkeit zu tragen. [..] Jenna Behrends [sagte] zu mir: `Mit dem Peter Tauber, das muss jetzt aber unter uns bleiben, die Gerüchte stimmen. Ich hatte ein Verhältnis mit ihm.ʼ Gemeinsame Pressemitteilung von Sandra Cegla und Zana Ramadani

Beim ersten Lesen war ich etwas irritiert, mit welcher Leichtigkeit hier privat Anvertrautes veröffentlicht wird. Es brauchte einige Momente, bis mir das echte Problem klar wurde: Cegla und Ramadani bestreiten gar nicht, dass Behrens Ziel sexistischer Sprüche wurde. Die Logik ihrer Pressemitteilung ist, leicht vereinfacht: «Behrens hatte Sex mit [x], also soll sie sich nicht beschweren, wenn [y] sie (und ihre Tochter) nur als Sexobjekt sieht».

Also, liebe Frauen in der CDU: habt Ihr jungfräulich geheiratet und seid stets frei geblieben von unzüchtigen Gedanken? Dann – vielleicht – gesteht die Frauenunion Euch das Recht zu, frei von sexuellen Übergriffen zu bleiben.

Falls Ihr unsicher seid, könnt Ihr ja Zana Ramadani fragen. Beim Frauenfilmfest von Terre des Femmes zum Beispiel.

Oder echten Mut beweisen, wie Frauenunion-Schriftführerin Anja Pfeffermann und Vorstandsmitglied Katharina Becker, die schnell das Weite suchten.


Die kritische Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Strömungen im Feminismus darf nicht zur Mißachtung der herausragenden Errungenschaften des Feminismus führen, und auch nicht zur Relativierung der immer noch bestehenden fundamentalen Ungerechtigkeiten, oder dem unermüdlichen Einsatz vieler fantastischer Frauen (und Männer) im Kampf gegen diese.

Falls Du Dich daher hier in Deinem Chauvismus bestärkt fühlen solltest, oder mich als Kronzeugin verwenden willst, hast Du schon wieder was nicht verstanden.

Außerdem: geh' Sterben!