Widewidewitt und drei macht #nafri

Man kann ja mal Fehler machen. Das passiert natürlich eher, wenn man bereit ist, unüberschaubare Faktenlagen impulsartig als Beleg für die eigenen, xenophoben Verschwörungstheorien zu interpretieren. Aber wie gesagt: ham’wa alle schon mal gemacht.

Von denen aber, die für sich reklamieren, erstzunehmender Akteur der öffentlichen Meinungsbildung zu sein, sollte man gewisse Mindeststandards einfordern. Mit einem Blick auf den Amerikanischen Chauvi-in-Chief und sein Verhältnis zur Wahrheit erscheint es geboten, die Akteure unserer Zivilgesellschaft gelegentlich an ihr Geschwätz von gestern zu erinnern.

So äußerte sich Alice Schwarzer am 4. Januar:

Dieselbe Sorte Mann wie vor einem Jahr legte es darauf an, in Köln auf ihre Art zu ‚feiern‘. Es handelt sich um entwurzelte, brutalisierte und islamisierte junge Männer vorwiegend aus Algerien und Marokko. Wäre die Polizei diesmal nicht von Anfang an konsequent eingeschritten, wären wieder Hunderte Frauen mit sexueller Gewalt aus dem öffentlichen Raum verjagt und die ‚hilflosen‘ Männer an ihrer Seite wären wieder gedemütigt worden Frankfurter Allgemeine Zeitung

Schon damals gab es natürlich Zweifel, die eine so selbstsichere Festlegung auf das von Schwarzer bevorzugte Narrativ nicht unbedingt klug erscheinen ließen. Und schon damals hat sicher dem einen oder anderen der Atem gestockt: Denn Sorte klingt nicht nur, als hätte Schwarzer im Thesaurus nach Synonymen für Rasse gesucht. Es ist wirklich eins. Auch ist das alles natürlich nur eine Wiederholung des Vorjahres, und in dem konnte die Emma ja auch beklagen «der fremde Mann vergreife sich an den eigenen Frauen» (Deutschlandradio Kultur), ohne dabei Schaden zu nehmen.

Mittlerweile aber gelten die zuerst verbreiteten Fakten der Silvesternacht 20162017 als weitgehend widerlegt, siehe zum Beispiel Die ZEIT. Das wäre ein geeigneter Zeitpunkt, Alice Schwarzer mal zum Thema zu befragen. Bisher herrscht jedoch wie sonst selten: Stille.


Die kritische Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Strömungen im Feminismus darf nicht zur Mißachtung der herausragenden Errungenschaften des Feminismus führen, und auch nicht zur Relativierung der immer noch bestehenden fundamentalen Ungerechtigkeiten, oder dem unermüdlichen Einsatz vieler fantastischer Frauen (und Männer) im Kampf gegen diese.

Falls Du Dich daher hier in Deinem Chauvismus bestärkt fühlen solltest, oder mich als Kronzeugin verwenden willst, hast Du schon wieder was nicht verstanden.

Außerdem: geh' Sterben!